Mehr Liegestütze, weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Liegestütze gegen Herzerkrankungen

In einer amerikanischen Studie haben Forscher an männlichen Feuerwehrleuten untersucht, inwieweit die Anzahl der maximal möglichen Liegestütze mit dem kardiovaskulären Risiko zusammenhängt. Dabei fanden sie ein um 96% geringeres Risiko bei solchen, die mehr als 40 Liegestütze schafften.

Auf einen Blick

  • Liegestütze sind eine kostengünstige Möglichkeit, um die muskuläre Leistungsfähigkeit zu ermitteln und Informationen zum kardiovaskulären Risiko zu sammeln.
  • Bei mehr als 40 Liegestützen ist das kardiovaskuläre Risiko 96% geringer, als wenn nur 10 oder weniger Liegestütze möglich sind. Dies ist aber zum größten Teil durch Unterschiede beim Alter und dem BMI zu erklären.
  • Schon ab 11 Liegestütze ist das kardiovaskuläre Risiko deutlich reduziert.

Hintergrund – Warum sollte diese Fragestellung untersucht werden?

Körperliche Aktivität und Fitness senken das Risiko für viele Erkrankungen wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs und Alzheimer. Zur Erfassung des individuellen Risikos können Leistungstests zum Einsatz kommen. Diese erfordern aber in der Regel teure Geräte und werden daher selten durchgeführt. Mit dieser Studie wollte man herausfinden, ob auch die Anzahl der möglichen Liegestütze mit einer besseren Gesundheit in Zusammenhang steht.

Methoden und Ergebnisse – Wie wurde die Fragestellung untersucht und was kam dabei heraus?

Die Untersuchung wurde an 1104 amerikanischen Feuerwehrleuten durchgeführt. Diese waren im Durchschnitt 39,6 Jahre alt und hatten einen BMI von 28,7 kg/m². Sie machten Liegestütze nach einem Metronom mit 80/min und eine Leistungsdiagnostik auf dem Laufband. Die Endpunkte waren eine KHK-Diagnose, Herzinsuffizienz oder der plötzliche Herztod.

Wer schon zu Beginn der Studie mehr Liegestütze schaffte, hatte auch weniger Risikofaktoren wie einen zu hohen BMI, Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterin- und Blutzuckerwerte. Zudem ging eine bessere Leistung bei den Liegestützen auch mit einer höheren VO2max einher.

In dem Untersuchungszeitraum von 10 Jahren traten 37 relevante Ereignisse auf. Das Risiko war bei denen, die mehr als 40 Liegestütze machen konnten um 96% geringer als bei denen mit 10 oder weniger. Aber bereits mit mehr als 10 Liegestützen war das Risiko um 64% reduziert.

Diskussion – Wie sind diese Ergebnisse einzuordnen?

Insgesamt zeigte sich schon ab 11 Liegestütze ein deutlich reduziertes Risiko. Zu einem großen Teil waren die Unterschiede beim Risiko aber durch den unterschiedlichen BMI und das Alter in den Gruppen zu erklären.

Es braucht also weitere Studien, um festzustellen, ob diese Ergebnisse von Männern zwischen 21-66 Jahren auch auf andere Populationen übertragbar sind und ob Liegestütze auch als unabhängiger Prädiktor für das kardiovaskuläre Risiko fungieren können.

Quellen

Yang, J., Christophi, C. A., Farioli, A., Baur, D. M., Moffatt, S., Zollinger, T. W., & Kales, S. N. (2019). Association Between Push-up Exercise Capacity and Future Cardiovascular Events Among Active Adult Men. JAMA network open, 2(2), e188341-e188341.

https://www.hsph.harvard.edu/news/press-releases/push-up-capacity-cardiovascular-disease-events-men/

Jonathan Häußer
Über Jonathan Häußer 61 Artikel
Jonathan Häußer ist Arzt in der Weiterbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und Sportwissenschaftler (B.A. Bewegungswissenschaft) mit einem besonderen Interesse für die Sport- und Notfallmedizin.